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Coxitis



Häufigkeit

Coxitis (Arthritis des Hüftgelenks): Entzündung des Hüftgelenks durch eine Infektion mit Bakterien (septische Coxitis, eitrige Coxitis), als Rheumatoide Arthritis, aktivierte Arthrose (entzündlicher Schub einer Hüftgelenksarthrose) oder Begleitreaktion von hüftgelenksnahen Erkrankungen (z. B. Tumoren). Bei Kindern tritt als häufige Sonderform der Hüftschnupfen (Coxitisfugax) auf, eine vorübergehende Reizung des Hüftgelenks mit unbekannter Ursache. Eine septische Coxitis erfordert eine sofortige Therapie mit Antibiotika und gegebenenfalls operativer Säuberung und Spülung; die anderen Formen lassen sich medikamentös und physikalisch behandeln.

Leitbeschwerden

 

  • Dauerschmerzen in der Leiste, oft bis zum Knie ziehend
  • Hinken, Schonhaltung mit leichter Beugung und Drehung der Hüfte nach außen, eingeschränkte Beweglichkeit
  • Selten Fieber.

Wann zum Arzt

In den nächsten Wochen, wenn Schmerzen in der Leiste länger als drei Tage anhalten.

Sofort, wenn Schmerzen in der Leiste bei Kindern auftreten oder mit Fieber verbunden sind.

Die Erkrankung

Eine septische Coxitis ist bei Erwachsenen fast immer die Folge von Injektionen in das Gelenk, Operationen oder Verletzungen an der Hüfte (z. B. nach einem Bruch oder einem Gelenksersatz). Dabei gelangen die Bakterien auf direktem Wege in das Gelenk. Vor allem bei kleinen Kindern setzen sich Krankheitskeime jedoch auch über den Blutweg (hämatogen) im Hüftgelenk fest. Unbehandelt führt eine septische Coxitis in jedem Alter innerhalb weniger Wochen zur Zerstörung des Gelenks und letztendlich zur Versteifung. Ähnliche Folgen hat ein Befall der Hüftgelenke im Rahmen einer Rheumatoiden Arthritis, einer Juvenilen Arthritis (Kindlichen) oder Reaktiven Arthritis. Wenn das zerstörte Gelenk nicht versteift, wird es oft instabil (Hüftluxation). Auch ein Vordringen des Hüftkopfs in das Becken (Protrusion) ist nicht selten.

Hüftschnupfen. Die harmloseste und gleichzeitig häufigste Variante einer Coxitis ist der Hüftschnupfen, eine typische Erkrankung im Kleinkindalter. Die Kinder fallen durch plötzliches Hinken auf oder verweigern sogar vollständig das Gehen. Bereits nach wenigen Tagen ist die Erkrankung ohne Behandlung verschwunden.

Weitere Coxitisformen. Weniger gefährlich ist eine rheumatische Coxitis, die oft bei Morbus Bechterew oder reaktiver Arthritis auftritt. Sie wird nur selten chronisch und heilt meist folgenlos. Ebenfalls nicht akut gefährlich, jedoch äußerst schmerzhaft ist die Coxitis als Folge einer aktivierten Arthrose; sie stellt eine akute, entzündliche Zuspitzung der verschleißbedingten Erkrankung dar und tritt oft in wiederholten Schüben auf.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Die klinische Diagnose ist oft schwierig, da sich die Beschwerden – Leistenschmerz, Hinken, Einschränkung der Beweglichkeit, Schonhaltung – nicht von anderen Hüfterkrankungen unterscheiden. Wichtige Hinweise ergeben sich manchmal aus Begleitsymptomen wie Fieber bei septischer Coxitis, Rückenschmerzen bei Morbus Bechterew oder Befall weiterer Gelenke bei rheumatoider, Juveniler und Reaktiver Arthritis. In den ersten Tagen nach Beschwerdebeginn helfen oft Ultraschalluntersuchungen, die Ursache zu klären. Einige Zeit später sind auch auf Röntgen- oder CT-Bildern Veränderungen zu finden. Kernspinbilder zeigen v. a. die entzündliche Reaktion der Weichteile. Die Laborbefunde geben oft Hinweise auf eine Infektion oder einen rheumatischen Prozess. Punktiert der Arzt das Gelenk, lassen sich in der Gelenkflüssigkeit gegebenenfalls Bakterien und verschiedene Entzündungszellen nachweisen.

Therapie. Die septische Coxitis bedarf einer sofortigen, durchgreifenden Behandlung. Reichen antibiotische Therapie und Ruhigstellung nicht aus, öffnet der Arzt das Gelenk und entfernt das infizierte Gewebe, gegebenenfalls wird ein Gelenkersatz (Prothese), nötig. Letzteres ist oft auch die Therapie der Wahl bei einer rheumatischen Coxitis, wenn andere Behandlungsmaßnahmen wie Medikamente (NSAR), Krankengymnastik, physikalische Therapie und kleinere operative Eingriffe (z. B. Entfernung der Gelenkinnenhaut, Synovektomie versagen. Ähnliches gilt für die Behandlung der aktivierten Hüftgelenksarthrose, die oft mit konservativer Therapie, z. B. mit Antirheumatika (NSAR) nicht erfolgreich durchzuführen ist.

Selbsthilfe

Bei Hüftschnupfen hilft eine spezielle Lagerung, die Schmerzen zu erleichtern: Beugen Sie dazu das betroffene Bein leicht im Kniegelenk und drehen Sie es leicht nach außen.

Weiterführende Informationen


11.08.2008 | Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Martin Schäfer


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